Archive for September, 2009
Weniger wäre mehr
Jamie T. Kings and Queens: Album Nr.2 des Sound-Brückenbauers aus London
Wer The Clash und die Beasty Boys als seine wichtigsten Einflüsse nennt, der hat nicht nur Geschmack sondern beweist auch eine erfreuliche musikalische Bandbreite. Es gibt wahrscheinlich nicht viel, aber das was diese beiden Bands sicher gemein haben ist ihr unverschnörkelter Zugang zu Musik. Ich kenne keine Platte der weißen Hip Hoper oder der Punk Pioniere, die irgendwie überkandildelt wären. Kein Schnickschnack sondern geradeaus, stets ein straighter Sound mit viel Authentizität, der richtig kracht. Genauso war auch Panic Prevention, das Debüt von Jamie T für den man an dieser Stelle noch mal das Bild des Rotzlöffel aus Wimbledon bemühen muss. Er hat seine Einflüsse damals unbeschwert kombiniert und ihnen durch den Kinderzimmercharme des vermeintlichen Homerecordings sogar noch Nachdruck verliehen.

Da kann einem ja schwindelig werden
Ungebildeter Chauvi-Punk
Während Mädchen immer gescheiter werden, bleiben Jungs so gut wie sie schon immer waren
Man kann einen Song ja vor allem dann so richtig ins Herz schließen, wenn er einem im Alltag begegnet, also man glaubt dass er ganz wunderbar zu einer erlebten Situation oder einer aktuellen Befindlichkeit passt. Dass kann ein Freiheitsgeschramme für die Cabriofahrt im Morgenrot sein oder eine Schnulze zu der man mal auf der Tanzfläche geschmust hat. Es geht aber auch diffiziler und kann mitunter richtig politisch werden. Da gäbe es zum einen Tracks für die Krise, wie „Kill the Poor“ von „The XY“ oder „I´m so bored with the USA“ von „The Clash“. Und es gibt einen Song der einem unweigerlich in den Sinn kommen muss, wenn es um die Veränderung der geschlechtlichen Rollenbilder geht, gerade im Hinblick auf Bildung.

Bildquelle: http://my.sputnik.de
Neulich im Plattenladen…
Warum man sich auch über einen Nicht-Kauf freuen kann
Gleich vorweg gestehe ich, dass „Plattenladen“ nur cooler klingt und sich folgendes natürlich in der riesigen Tonträgerabteilung eines Großraumelektronikfachmarktes zutrug: Ich schnappe mir die neue Jamie T und die jüngste Arctic Monkeys Scheibe „Humbug“. Letztere soll aber noch probegehört werden, denn das was im Juli live und seither im Radio zu hören war, klang zwar interessant aber nicht restlos überzeugend.

What a Humbug!?
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