Archive for October, 2009
Jochiboy hat genug vom Traurigsein
Jochen Distelmeyer is back in town. Das bereits im Laufe der Blumfeld-Abschiedstour angekündigte Soloalbum ist zwei Jahre später musikalisch und dichterisch materialisiert und ist vor allem eines: Blumfeld as usual. Wer erwartet hat, dass es der deutsche Dichterbarde es jetzt ganz anders angeht, hat hoffentlich darauf keine Wetten abgeschlossen. Wer gemeint hat, Blumfeld wäre als Band mehr als Jochen Distelmeyer, der weiß es jetzt auch besser.
“Heavy” ist aber im Vergleich zu Blumfelds frühen Platten alles andere als schwer oder kompliziert. Es ist vielmehr die logische Fortführung der Laufbahn eines Künstlers, der mit zunehmendem Alter runter von den Barrikanden steigt und auch mal was zum Freuen hat. (more…)
Donau-Coast Hip Hop
Über das scharfe Auge für Lokalkolorit und die Satirekraft des Sprechgesangs
Hip Hop ist ein Thirty-Something. 1979 erschien Rapper´s Delight von der Sugar Hill Gang, was mitunter als erster Hip Hop Release gilt. Diese Musik mit den Breaks und Beats und mit dem Sprechgesang muss damals wohl eine riesige Revolution gewesen sein. Und das ganze Rap-Ding war immer schon sozialkritisch und spätestens ab Public Enemy hochpolitisch.
Old-School, New School, West Coast, East Coast, weiße Rapper taten sich schon immer leicht, zu diesen Kategorien eine gewisse Distanz zu finden. Man denke an die Beasty Boys die durchaus auch Sinn für Selbstironie haben. Und auch das MTV-taugliche sich über MTV lustig machen passt gut zu Eminem, dem weißen Jungen aus Detroit.
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