Garagenblues, Modelgesang, Hipsterballett…
Ein Jahr, 12 Monate, 365 Tage: 60 Songs aus 2009 die man auch ins neue Jahr und die darauffolgenden mitnehmen sollte. Teil 4/6
Sunny Day Sets Fire – Adrenaline
Gut, live sind die Bermudas der Sängerin eine größere Attraktion als ihre Stimme. Die Studioversion war nicht frei zugänglich zu finden. Man sollte sie sich aber besorgen für den Fall, dass sich der Winter verzieht und der Frühling Einzug hält. Dann muss man sich von dieser Melodei begleiten lassen.
Death Cigarettes – Bleed You Dry
Wenn man jung ist macht man bestimmte Sachen: Man schwimmt nackt im See, tanzt im Supermarkt oder träumt von Liebe. Irgendwann ändern sich die Dinge, ohne zu wissen warum. So oder so ähnlich begründen die toten Zigaretten ihren Umbruch und die neue Namensgebung We Are Cold In Berlin. Das hat zum Nachteil, dass altes Material nicht mehr so leicht zu finden ist. Die furchtbare Live Version dieser Nummer auf Youtube sollte man sich als Erstkontakt nicht antun. Besser noch auf iTunes stöbern.
Emiliana Torrini –Jungle Drum
Ja verdammt, das ist eine tolle Nummer und ich steh dazu! Außerdem: Island ist so was vom Arsch, da darf eine Italienerin ruhig mal herhalten um um Buschmusik aus dem Norden zum Exportschlager zu machen. Und: Man kann auch besoffen noch mitsingen: Tukatungtungtung…
The Big Pink – Dominos
Man wird den Gedanken nicht los, dass das The Verve Comeback so hätte klingen können wenn Richard Ashcroft mehr daraus gemacht hätte. Jetzt machts eben jemand anderer besser.
Jarvis Cocker – Angela
Bei Angela geht’s es um eine australische Kellnerin und nicht um die deutsche Kanzlerin. Jarvis hat eine etwaige Verwendung im Wahlkampf darum gleich vorsorglich untersagt. Obwohl gerne den Groove in ihrem Gang gesehen hätte, wenn sie zu dieser Nummer aufgetreten wäre. Endlich rockt auch sein Solopfad.
White Denim – I Start To Run
Garagen Blues aus Texas. Klingt nach Wüsten Road Movie Soundtrack und geht direkt ins Blut.
Franz Ferdinand – Can´t Stop Feeling
Tonight ist ein Konzeptalbum, das zeigt was FF von den üblichen Indierockern der Insel unterscheidet: Sie sind Vollblutmusiker. Und zwar solche die spielend eine Brücke vom Postpunkgitarrengeschrammel zur Elektronik schlagen können. Nicht Ulysses sondern diese Nummer ist darum einer der Höhepunkte dieser Platte.
The Drums – Let´s Go Surfing
In Florida leben hauptsächlich Pensionisten, sagt man. Wahrscheinlich sind diese Beach Boys Abkömmlinge darum auch ins US-Epizentrum der Indiemusik Williamsburg gegangen. Und schon schütteln sie eine Sonnestrandundmeermelodie aus dem Ärmel, die sich hören lassen kann.
Telepathé – So Fine
Schon wieder Brooklyn, schon wieder die Hipster Nummer. Diemsal als Ballett und verträumter Partytanz. Die Melodien überzeugen.
Lissy Trullie – Boy Boy
Hohlköpfig, magersüchtig, drogenanfällig. Nicht alle Klischees über Models sind richtig. Manchmal können sie auch singen und dabei ist nicht Carla Bruni gemeint. Die Frau Elizabeth McChesney zierte nämlich Modemagazine bevor sie unter neuem Namen die Downtown Rockszene aufmischte. Auf ihrem Debüt schlug sie ruhigere Töne an, die aber vor allem auch wegen ihrer Stimme überzeugen.
Tags: Carla Bruni, Death Cigarettes, Emiliana Torrini, Franz Ferdinand, Jarvis Cocker, Lissy Trullie, Richard Ashcroft, Sunny Day Sets Fire, Telepathé, The Big Pink, The Drums, The Verve, We Are Cold In Berlin, White Denim
This entry was posted on Wednesday, January 20th, 2010 at 7:25 pm and is filed under Scheiben. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.