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Musikerziehung für Fortgeschrittene

Flower

In die Knie gezwitschert

Das Netz ist schuld – das Netz schlägt zurück

“Dirty bastards. Stupid arrogant motherfucking pig-brained arseholes. I’d rather eat a cowpat on a bun than a bloody McDonalds.” Das twittert Alex Kapranos dieser Tage. Grund dafür ist nicht etwa ein unfreundlicher Mitarbeiter oder mindere Qualität der Fast-Food Waren. Der Franz Ferdinand Frontmann kommt so in Rage weil McD einen Song der Band auf einer Werbewebpage verwendet hat. Freilich ohne Zustimmung der Fränze. Und obwohl alles mit rechten Dingen zugegangen sein dürfte ist die Seite seither offline.

Evil Truck

Monster Truck

Kapranos war bisher eigentlich nicht für Wutausbrüche bekannt, es wurden auch noch keine Fluchanstürme überliefert. Vielmehr steht ihm das Bild des Arty-Rockers, der Kolumnen im Guardian schreibt und ein Tourtagebuch in Form eines Kochbuches herausgibt. Doch das seine Band nun plötzlich für die weltgrößte Burger-Bude musiziert hat ihm gehörig auf den Magen geschlagen. In seinem Ärger relativiert er kurz darauf mittels einem Rundumschlag Marke „Die ganze Welt st schlecht“. „They’re just the same as any other psychopathic corporation - no more evil, no less.“, zwitschert er ins Web hinaus. Weitere 20 Minuten später ist der Schuldige gefunden: The psychopathic corporation I am pissed off with is Sony who owns Epic who release our records in America. But not really surprised.“

So weit, so schlecht. Das Produkt der künstlerischen Schaffenskraft wurde durch das Web entwertet. Die Theorie ist nun fast so alt wie das Netz selbst. Mit Platten lässt sich darum kaum noch Geld verdienen. Mit Verwertungsrechten hingegen schon. Dass der gastronomische Feinspitz Kapranos dem nie zustimmen würde, konnten die bei Epic alleine schon deshalb ahnen, weil er ein Angebot einer mexikanischen Fastfoodkette bereits angelehnt hatte. Man wollte mit dem Song „Bite Hard“ einen TV-Spot für Enchiladas unterlegen. „It just didn´t seem right“, meinte er damals. Also hat die Sony-Tochter den Spielraum des Vertrags (dem ja FF zugestimmt haben muss, ihr UK-Label Domino Records hat damit nichts zu tun) ausgenutzt und das Ding durchgezogen.

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Enjoy your meal Alex!

Twitter wurde ja auch schon zu einem der Präsidentenmacher im US-Wahlkampf ausgerufen. Knappe 8.000 User der Plattform verfolgen die Meldungen von Kapranos. Das ist rein quantitativ nicht viel. Jede Regionalzeitung in den schottischen Highlands würde diese Kontaktzahl übertreffen. Qualitativ waren die ausfälligen Tweets aber dazu in der Lage, die Verwendung des Songs vorübergehend und möglichst schnell zu verhindern. Unter den Lesern seiner Feeds sitzen auch die wichtigsten Musikjournalisten und das weiß Kapranos natürlich und er weiß auch dass McDonalds auf schlechte Presse im Roling Stone oder im NME gerne verzichtet reagieren muss. Was sie auch taten: Die Seite ist seither offline.
Da beißt sich die böse Internet-Katze aber ordentlich in den Schwanz und ist die Wurzel und die Lösung des Problems zugleich.

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