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Mit ihrem neuen Album 24/7 schicken Die Sterne den Diskursrock in die Disco.

Es liegt nicht an einem Ansturm von Nostalgie, dass hier in letzter Zeit so häufig von der Hamburger Schule die Rede ist. Vielmehr liegt es daran, dass nach den Herren Regener, Distelmeyer und von Lowtzow nun auch Frank Spilker und seine Sterne der geneigten Hörerschaft einen neunen Tonträger präsentieren. Während die ersten beiden Herrschaften ihr Werk konsequent fortgesetzt haben und sich Tocotronic weiterhin auf jeder Platte selbst  neu erfindet aber dabei nie so richtig zu sich selbst finden (außer live), schlüpfen die Sterne „in ein neues Gewand“ wie es Spilker selbst nennt. Und: Es ist ein Discoanzug, der sitzt wie angegossen – es ist eine wahre Freude.

Discoanzug. Modell: Frank Spilker. Auch in martimem Hanseblau erhältlich. (Quelle: flickr.com)

Discoanzug. Modell: Frank Spilker. Auch in martimem Hanseblau erhältlich. (Quelle: flickr.com)

Der Pfad „Rock goes Disco“ ist ja durch die Elektropunkwelle der letzten Jahre schon recht gut ausgetreten worden. Dennoch ist das was die Sterne mit 24/7 vorlegen kein Aufgreifen eines Trends sondern eher eine nostalgische Evolution. Immerhin haben sie als einzige Vertreter der norddeutschen Gitarrensippschaft schon immer gewusst wie die diversen elektronischen Soundmaschinen zu bedienen sind. Man denke nur an das Beatbeast oder auch viele andere Nummern aus dem grandiosen 99er Album Wo Ist Hier.

Der Disco selbst huldigt Spilker in „Depressionen aus der Hölle“ – zweifellos einer der Höhepunkte auf dieser Platte. Mit düsterem Elektrosound und Parolen wie „Wohin zur Hölle / mit den Depressionen / Ich geh in die Disco / Ich will da wohnen“ widmet er sich den kompensatorischen Kräften der Institution Disco. Der übliche Beziehungskram über gemeinsame Lebensentwürfe (Deine Pläne stehen) oder die Zyklen die gemeinsam durchlaufen werden (Nach fest kommt lose) wird nie hoffnungslos resignierend, nie belehrend aber sehrwohl weise attestierend abgehandelt. Und die Kritik an der kapitalistischen Konsumgesellschaft wird mit der nötigen Ironie und brachialem Humor vorgetragen: „Wir haben für Dich auf, sind für Dich da, 24/7 … auch wenn Du ein Arschloch bist“ (Convenience) oder „Aus dem Weg ich möchte investieren“(Stadt der Reichen).

Quelle: amazon.de

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Die Sterne und 24/7 sind eine „Ü-40 Discoparty für Menschen, die zu cool und zu deprimiert für Indierock oder ähnlichen Quatsch sind“ schrieb Eric Pfeil in der FAZ. Dem kann man auch als U30 nur devot zustimmen und einen dringende wie bestimmende Kaufempfehlung aussprechen.

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