tonszene

Musikerziehung für Fortgeschrittene

Flower

Peaches walks on you

Die Revolution ist wie angekündigt gescheitert. Schön war es trotzdem.

Wenn Niederösterreichische Kleinstädte (nicht dass es große auch gäbe) grenzüberschreitende Bekanntheit erlangen, sind Abgründe meist nicht weit. Doch das pittoreske Krems, das Tor zur Wachau und zum Waldviertel, macht ganz ohne Kellerkinder von sich reden. Das Donausfstival lockt die Wiener Kulturszene Jahr für Jahr raus aufs Land und macht auch in globalen Indie-Leitmedien wie Pitchfork von sich Reden. „Failed Revolution“, der programmatische Titel in diesem Jahr, lockte auch das kanadische Gesamtkunstwerk Peaches an, die das finale Programm des Festival kuratierte und mit ihrem eigenen Auftritt den Schlußpunkt setzte.

Guck mal Nena! Frisch rasiert die Feministin! (Copyright: Florian Schulte Donausfestival)

Guck mal Nena! Frisch rasiert die Feministin! (Copyright: Florian Schulte Donausfestival)

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Hamburger Doppelleben

Es war genial. Großartig. Was Tocotronic bei ihrem Auftritt vergangenen Montag in der Wiener Arena abgeliefert haben, war die perfekte Materialisierung einer Rockkonzert-Idee. Die Vorzeichen waren dabei alles andere als vielversprechend: Schall und Wahn, ein avantgardistisches Tralala-Studioalbum, das das Potenzial zur wilden, theatralischen Umsetzung auf der Bühne nur schwer erahnen lies; intellektuell überzogene Berichterstattungen und Interviews in Tageszeitungen und Magazinen; und nicht zuletzt der programmierte kommerzielle Erfolg durch die Überwindung der Jugend-Bewegungs-Romantik und den Sprung hinein in die (Pop-)Kulturkonsumationsmaschinerie.

Selbstgemachte Rockmusik. Tocotronic in der Arena in Wien.

Selbstgemachte Rockmusik. Tocotronic in der Arena in Wien.

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Oslo und alles wird gut

Ausgerechnet die deutsche Songcontest-Vorentscheidung macht erstmals das TV-Format Casting Show erträglich

Eine der größten popkulturellen Seuchen die uns das jüngst abgelaufene Jahrzehnt gebracht hat, sind ohne Zweifel Casting Shows. Vermeintliche Nachsingwettbewerbe in denen es oft mehr um die Mama im Knast, die Versöhnung mit dem verlorenen Vater oder ganz plötzlich kurz vor oder während der Show verstorbene Familienangehörige geht, zu denen im Zweifel auch Goldfische und Zwerghamster zählen dürfen. Vorhersehbare, durchfrisierte und künstlich aufgebauschte Pseudeereignisse die ein Massenpublikum ansprechen und Hitparadeneintagsfliegen produzieren. Ausgerechnet Stefan Raab – der sich sonst mit selbst erfundenen C-Promis in dadaistischen Wettbewerben misst – hat dieses Format nun für und Hipsters erträglich gemacht. Und noch dazu vor dem Hintergrund des mehr als toten Eurovision Songcontests. Es ist alleinig der Verdienst der Kandidaten, allen voran einer rotzfrechen 18jährigen Hannoveranerin: Lena Meyer-Landrut.

Lena Meyer-Landrut: Ein entzückendes und verrücktes Huhn

Lena Meyer-Landrut: Ein entzückendes und verrücktes Huhn

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