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Musikerziehung für Fortgeschrittene

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Posts Tagged ‘Tocotronic’

Stars and Vibes

Mit ihrem neuen Album 24/7 schicken Die Sterne den Diskursrock in die Disco.

Es liegt nicht an einem Ansturm von Nostalgie, dass hier in letzter Zeit so häufig von der Hamburger Schule die Rede ist. Vielmehr liegt es daran, dass nach den Herren Regener, Distelmeyer und von Lowtzow nun auch Frank Spilker und seine Sterne der geneigten Hörerschaft einen neunen Tonträger präsentieren. Während die ersten beiden Herrschaften ihr Werk konsequent fortgesetzt haben und sich Tocotronic weiterhin auf jeder Platte selbst  neu erfindet aber dabei nie so richtig zu sich selbst finden (außer live), schlüpfen die Sterne „in ein neues Gewand“ wie es Spilker selbst nennt. Und: Es ist ein Discoanzug, der sitzt wie angegossen – es ist eine wahre Freude.

Discoanzug. Modell: Frank Spilker. Auch in martimem Hanseblau erhältlich. (Quelle: flickr.com)

Discoanzug. Modell: Frank Spilker. Auch in martimem Hanseblau erhältlich. (Quelle: flickr.com)

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Hamburger Doppelleben

Es war genial. Großartig. Was Tocotronic bei ihrem Auftritt vergangenen Montag in der Wiener Arena abgeliefert haben, war die perfekte Materialisierung einer Rockkonzert-Idee. Die Vorzeichen waren dabei alles andere als vielversprechend: Schall und Wahn, ein avantgardistisches Tralala-Studioalbum, das das Potenzial zur wilden, theatralischen Umsetzung auf der Bühne nur schwer erahnen lies; intellektuell überzogene Berichterstattungen und Interviews in Tageszeitungen und Magazinen; und nicht zuletzt der programmierte kommerzielle Erfolg durch die Überwindung der Jugend-Bewegungs-Romantik und den Sprung hinein in die (Pop-)Kulturkonsumationsmaschinerie.

Selbstgemachte Rockmusik. Tocotronic in der Arena in Wien.

Selbstgemachte Rockmusik. Tocotronic in der Arena in Wien.

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Parolen für Erwachsene

Jeder spätere Kontakt mit einer verflossenen Liebschaft ist irgendwie seltsam. Mal wundert man sich über die Distanziertheit, die über die Jahre entstanden ist, mal wird man sentimental und schwelgt in Erinnerungen, mal überkommt einen Ekel und man fragt sich wie man nur konnte und manchmal aber nur sehr selten wünscht man sich in diese Zeit zurück. Meine musikalische Jugendliebe war Tocotronic. Zur Klärung der Epoche: Meine adoleszente Zuneigung erstreckte sich von Digital ist besser bis K.O.O.K.. Als ich 2002 nach dem erscheinen des sechsten Albums endlich Gelegenheit hatte sie live zu sehen, hatten wir uns längst auseinandergelebt. Die Liebschaft nahm ein jähes Ende: Noch bevor die Vorband von der Bühne ging musste ich kotzen – und das nicht im übertragenen, sondern im wörtlichen Sinn. Wir hatten uns nichts mehr zu sagen. Auch wenn ich ab und wann was zu Ohren bekam, mal recht mal schlecht, war eigentlich Sendepause zwischen uns.

„Schall und Wahn“. Stillleben nach Tocotronic. Hamburg um die Jahrzehntenwende des dritten Jahrtausends. Vertigo Berlin. (Quelle: Amazon.de)

„Schall und Wahn“. Stillleben nach Tocotronic. Hamburg um die Jahrzehntenwende des dritten Jahrtausends. Vertigo Berlin. (Quelle: Amazon.de)

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